Gedanken

Mittwoch, 3. Juli 2013

Das höchste Gut?

Was ist eigentlich das höchste Gut welches der Mensch besitzt? Ein unantastbares Naturrecht, dass keinem genommen werden darf? Im Artikel 1 des Grundgesetzes steht "Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt." Da die Verfasser es an erster Stelle gesetzt haben, gehe ich davon aus, dass es ihnen als das wichtigste erschienen ist. Aber was ist Würde? In Wikipedia steht unter dem Artikel Menschenwürde: "Im modernen Sinne versteht man darunter, dass alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder anderer Merkmale wie Geschlecht, Alter oder Zustand denselben Wert haben, da sie sich alle durch ein dem Menschen einzig gegebenes schützenswertes Merkmal auszeichnen, die Würde". Das deckt sich mit der Etymologische Wortherkunft, bei der Würde als ein Abstraktum von Wert erklärt wird (Kluge, 24. Auflage). Der Begriff Würde ist selbst Abstrakt. Wenn man Menschen fragt was für sie Würde ist, würden wir sicherlich verschiedene Antworten bekommen.

Wenn ich das Grundgesetzt nachschlage was es unter "Würde" versteht, muss ich nur den zweiten Absatz lesen, in der das deutsche Volk sich zu den unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten bekennt, die in den folgenden 19 Artikeln beschrieben sind. Grob zusammengefasst sind dies die Unverletzlichkeit und die Freiheit der Person und die Gleichheit vor dem Gesetz.
Dabei umfasst die Unverletzlichkeit, die körperliche Unversehrtheit und die Integrität der Person welches sich z.B. im Schutz von persönlichen Informationen (Briefgeheimnis) äußert und der Unverletzlichkeit der Wohnung und von Besitz.
Der Freiheitsbegriff umfasst u.a. die freie Entfaltung der Persönlichkeit, der Meinung, des Gewissens und der Religion, usw.
Der Gleichheitssatz legt fest, dass es keine Unterschiede zwischen den Menschen gibt. Geschlecht, Rasse, Religion, Neigungen oder Ansichten dürfen keinen Ausschlag bei Entscheidungen spielen, die im Einflussbereich irgendwelcher Gesetzte liegen.

Gibt es bei den Menschenrechten eine Wertigkeit durch das Grundgesetzt, welches mir zeigt, was den Verfassern wichtig war? Das weiß ich nicht, aber ich vermute einmal "Ja", und zwar in der Reihenfolge die ich als Rangfolge interpretiere. Artikel 1 kennen wir ja. Artikel 2, Absatz 1: "Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, so weit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt", weiter heißt es in Absatz 2 "Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden".
FREIHEIT, LEBEN, KÖRPERLICHE UNVERSEHRTHEIT, FREIHEIT sind die Schlagworte des zweiten Artikels, wobei das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit existenzialistische Forderungen sind, die natürlich einem jedem Menschen zustehen. Der Begriff Freiheit sticht besonders hervor und wenn ich nach etwas suche das einem unantastbaren Naturrecht nahekommt, dann ist es Freiheit!

Wenn ich nach einem unantastbaren Naturrecht suche dann ist auch die "Freiheit" meine Wahl. Um an den Anfang zurückzukommen hat Würde damit nichts zu tun, weil eine freie Entscheidung auch bedeuten kann, dass ich was unter meiner Würde tun kann. Der Würdebegriff richtet sich an die Mitmenschen, die Würde des anderen nicht zu verletzen, siehe hier GG Art.2(1). Denn ein Gesetzt hat die Funktion das Leben untereinander zu regeln und den einzelnen vor dem Staat zu schützen, daher ist Schutz der Würde hier richtig. Wenn wir Würde vereinfacht mit Wert gleichsetzen, so ergibt sich die Frage, was trotz alledem die Freiheit damit zu tun hat? Oder auch anders ausgedrückt, ist Freiheit ein Wert im Menschen, der einmalig ist, der schützenswert ist?
Früher gab es zwei Kategorien in den Gesellschaftssystemen. Zum einen die Untergebenen, Sklaven, Leibeigenen und zum anderen die Gutsbesitzer, Lehnsherren oder Grafen. Die eine Gruppe waren die Unfreien und die andere Gruppe die Freien. Ein Hauptunterschied bestand mitunter darin, dass nur die freien Waffen tragen und Wählen durften, sie hatten einen Wert in der Gesellschaft, "Frei" zu sein war ein Privileg den nur wenige hatten. Natürlich waren die sogenannten Freien auch nicht wirklich frei, weil es gab, je nach Stellung in der Hierarchie, immer mehrere über einen, die über einen bestimmen konnten. Frei bedeutete aber zumindest in weiten Bereichen selbstbestimmt sein Leben zu führen und Rechte zu haben. Nur ein freier Mensch kann Wählen und gewählt werden, erst dann hat dieser Mensch einen Wert. Wenn ein Mensch fremdbestimmt ist und in seinen Handlungen keine Auswirkung hat, die unabhängig erfolgt, ist dieser für eine Gesellschaft wertlos. Das hört sich hart an, aber ist erst mal so richtig. Ein Mensch der keine eigene Meinung hat, sich nicht selbstbestimmt sein Leben gestaltet, sei es erzwungen oder selbst verschuldet, hat keine Würde mehr, weil er zu einem Neutrum geworden ist, zu einer Marionette ohne Gesicht, die nichts neues einbringen kann.

Erst die Freiheit macht Persönlichkeit, macht ein Individuum. Deshalb ist Freiheit so wichtig und so erstrebenswert und macht daher die Würde eines Menschen aus. Darum ist es wichtig, die Freiheit jedes einzelnen gegen Externe zu Verteidigen und zu schützen, damit der Mensch sich zur Person entfalten kann! Denn eine Gesellschaft entwickelt sich nur, wenn sie sich an veränderte Bedingungen Anpassen kann. Und diese Anpassung kommt aus der Vielfalt von neuen Ideen, die von jedem FREIEN Geist herrühren. Unfreiheit ist Stillstand!

Die "Hauptlast" der Verteidigung der Freiheit trägt man selbst und nicht der Staat! Denn nur wir erkennen am schnellsten, wann unsere individuelle Freiheit bedroht ist und nicht der Staat. Der Staat ist selber eine Organisation, die von Bürokraten geleitet wird, die eigene Interessen verfolgen welche nicht unbedingt mit dem Freiheitsbegriff übereinstimmen. Ich denke da an die Staatsraison oder leider an den nicht zu akzeptierenden Satz "Der Zweck heiligt die Mittel", der sehr häufig für Gut gemeinte Fehlentscheidungen steht, besonders bei Ereignissen bei der die Gesellschaft hysterisch reagiert und der Staat, bzw. die Regierung den Anschein von Tatkraft zeigen will!
Wir sollten immer ein gesundes Misstrauen gegenüber dem Staat hegen und alles hinterfragen. Das gilt aber auch für alle Organisationen, besonders für die, die das Denken der Menschen beeinflussen wollen. Und da denke ich nicht nur an die Religionen, sondern auch an Konzerne, Parteien, Beratern, Presse, Literatur und Wissenschaft. Es ist ein steter Prozess der Prüfung und kritischen Beobachtung.

Die größte Bedrohung der Freiheit kommt daher nicht von außen, sondern von uns selber, weil wir es zulassen!

Mittwoch, 12. Juni 2013

Körpergefühl II

Es gibt sicherlich nicht wenige, die auf "SICH" selbst hören und instinktiv immer das richtige getan haben. Dazu gehöre ich nicht! Ich bin "Kopfgesteuert" und neige dazu der Autorität der Wissenschaft zu gehorchen. Ich habe aber erkannt, dass die Wissenschaft nur Punktuell Antworten geben kann, und nicht in der Lage ist, allgemeine "Wahrheiten" zu verbreiten.
Ich habe für mich erkannt, dass jeder für sich nur die Antworten geben kann, dass heißt konkret - Nur DIE Person kann für sich selber die allgemeine Wahrheit finden! Weil DIE Person individuell aus der gesamten Informationsflut für sich den besten Weg findet!
Das Sammeln, Verarbeiten und interpretieren des, ich nenne es mal "integrierte Wissen", ist eine grundsätzliche Fähigkeit die uns inne wohnt. Sie setzt sich aus Erfahrungen, Erlernten und sensorischen Wahrnehmungen zusammen.

Worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass dieses "integrierte Wissen" des heutigen "zivilisierten, technisierten" Menschen gestört ist! Wir fahren mit dem Auto, leben in Gebäuden, Essen Industrienahrung, machen Sport in der Halle, Laufen in supergedämpften Schuhen, süßen mit künstlichen Stoffen, usw. und so fort. Dadurch ist uns die Fähigkeit verloren gegangen, UNS als biologischen Regelkreises zu Vertrauen. Wir haben unseren Körper von der wirklichen Natur entkoppelt indem wir uns in einem künstlichen Umfeld bewegen. Die Folge ist, dass wir verlernt haben die Körperinformationen zu erkennen und zu interpretieren. Statt dessen hören wir auf Ernährungsberater, die uns sagen, was, wieviel und wie wir uns ernähren sollen. Wir lassen uns erklären, wie wir am besten laufen.
Diese selbstverschuldete Unmündigkeit gilt es abzulegen.

Montag, 3. Juni 2013

Körpergefühl

Das zynische am Leben ist, das die Einsicht zum besseren, gesünderen, ursprünglichen und somit der Spezies Mensch natürlichen Leben, erst mit den Lebensjahren kommt. Da werden dem Organismus über Jahrzehnte hinweg widernatürliche, schädliche Einflüsse zugemutet bis es für viele zu spät ist.
Zugegeben wird es einem in unserer modernen Zeit nicht leicht gemacht. Der "kultivierte" Mensch hat seine natürliche Mündigkeit nur allzugern abgegeben. Die natürliche Mündigkeit kann man auch als Körpergefühl, Bauchgefühl oder Instinkt übersetzen. Das ging den meisten verloren. Ursachen dafür sind Bequemlichkeit und die Hörigkeit gegenüber Autoritäten, egal in welcher Ausprägung sie auftreten wie z.B. Religion, Gesetze oder Wissenschaft, usw.
Ein gutes Beispiel ist das Trinken vor und während sportlicher Belastung. Anfangs wurde empfohlen, so häufig wie möglich zu trinken, jede Gelegenheit wahrzunehmen zu trinken, es wurde sogar behauptet, dass es zu spät ist, wenn das Durstgefühl sich meldet. Heute wird geschrieben, dass ein zuviel an Wasser sogar schädlich ist, es kann Herzprobleme verursachen weil das Kalium im Blut zu sehr verdünnt wird. Empfohlen wird - Erst zu trinken, wenn man Durst bekommt!
Was für ein Wahnsinn! Es muss die Wissenschaft uns bestätigen, dass unser Körpergefühl der einzig richtige Weg ist.

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